Wie dezentrale Web-Prinzipien eine Alternative zu Corporate Networks skizzieren können.
Inhalte werden unter einer eigenen Domain veröffentlicht (statt „in einer App zu verschwinden“).
Inhalte werden über RSS abonniert und in einem Reader gesammelt – ohne zentralen Plattform-Feed.
Entdeckung/Vernetzung passiert über „Ringe“ (sichtbare Listen von Domains) statt über einen zentral kontrollierten Social Graph.
Worum geht es in der Arbeit?
Digitale Plattformen strukturieren heute viele Alltagsbereiche. Die Regeln, Schnittstellen und Geschäftsmodelle dieser Systeme werden von den Betreibern vorgegeben.
Die Arbeit untersucht, ob sich zentrale Funktionen von Social Media (veröffentlichen, lesen, entdecken) mit einfacheren, offenen Web-Prinzipien abbilden lassen – mit weniger Abhängigkeit von einzelnen Plattformen.
Warum entstehen Abhängigkeiten in Corporate Networks?
Wenn Profil und Inhalte in einem geschlossenen System liegen, hängen Zugriff, Sichtbarkeit und Regeln an einem Betreiber. Das erschwert Portabilität: beim Wechsel fehlen stabile Adressen, an denen Inhalte zuverlässig erreichbar bleiben.
- Profil = Konto innerhalb eines Systems
- Struktur/Adressen sind nicht unabhängig
- Wechsel bedeutet oft: neu anfangen
#SOVEREIGNITY
In der Arbeit wird „digitale Souveränität“ als Bündel von Eigenschaften verstanden. Die folgenden Kriterien dienen als Orientierung für den Entwurf:
(Nicht als „Feature-Liste“, sondern als Anforderungen an ein System, das Abhängigkeiten reduzieren soll.)
Profil und Beiträge sollen an einer stabilen Adresse liegen, nicht nur innerhalb einer Plattform. Dadurch wird klarer, wo Inhalte erreichbar sind.
Ein Wechsel von Reader oder Hosting soll möglich sein, ohne dass Struktur und Archiv komplett neu aufgebaut werden müssen.
Chronologie als Standard; zusätzliche Sortierungen nur bewusst als Option. Ziel ist eine verständliche Logik statt Blackbox.
Konfigurationen (z. B. Quellen/Listen) und Inhalte sollen exportierbar sein, damit Abhängigkeiten reduziert werden.
#CONCEPT
Domain als stabiler Anker
Distribution über RSS
Listenbasierte Vernetzung
#FLOWS
Feeds abonnieren → Quellen organisieren → chronologische Ansicht im Reader.
Beitrag erstellen → unter der Domain publizieren → RSS meldet ein Update.
Ringe ansehen/abonnieren → neue Domains übernehmen → Reader erweitert sich.
Feeds abonnieren → Quellen organisieren → chronologische Ansicht im Reader.
Beitrag erstellen → unter der Domain publizieren → RSS meldet ein Update.
Ringe ansehen/abonnieren → neue Domains übernehmen → Reader erweitert sich.
Hinweis: Die Flows beschreiben eine vereinfachte Nutzungslogik (UI/Flow-Demo), keine vollständige Implementierung.
#PROTOTYPE
Der Prototyp ist eine UI/Flow-Demo (Klickdummy). Er dient dazu, die Struktur und Nutzungslogik des Konzepts nachvollziehbar zu machen.
- Reader/Feed-Ansichten (Quellen, Beiträge, simple Organisation)
- Profil & Publizieren (Beitrag anlegen, Verlauf/Archiv als Konzept)
- Ringe (Übersicht/Detail, listenbasierte Entdeckung)

Screenshot (Platzhalter) – kann später durch mehrere Screens/GIF ersetzt werden.
#LIMITS
Der Klickdummy zeigt Struktur und Flows, aber keine vollständige technische Implementierung (z. B. echte Accounts, Datenhaltung, Governance).
Offene Fragen betreffen u. a. Skalierung von Entdeckung ohne zentralen Social Graph, Moderation/Governance sowie Portabilität in der Praxis (Export/Import).